Behandlung von quecksilberhaltigen Abfällen im Drehrohr
Zur umweltschonenden Behandlung quecksilberhaltiger Abfälle wie zum Beispiel mineralischer Industrieschlämme, Schlämmen aus der Erdgasförderung, Aktivkohlen, Katalysatoren, Knopfzellen oder kontaminierter Böden betreibt die DELA GmbH am Standort Essen seit 1991 eine Drehrohrdestillation.
Die Drehrohrdestillation dient der Entfernung und Rückgewinnung des im Abfall enthaltenen Quecksilbers durch Verdampfen und die Verwertung des anschließend quecksilberfreien Produktes (z. B. Glas, Eisen und NE-Metalle, Zeolithe). Vorhandene Schadstoffe wie Kohlenwasserstoffe und Schwefel werden im Behandlungsprozess entfernt- Quecksilber wird in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. Die nach Bundesimmissionsschutz-Gesetz (BimSchG) genehmigte Anlage wird kontinuierlich (3-Schicht Betrieb) betrieben und ist derzeit für die Aufbereitung von bis zu 400 Kilogramm Abfällen pro Stunde ausgelegt.
Anlagen-Kurzprofil
| Besonderheit | Prozess mit idealer Wärmeübertragung, Emissionsfreier Betrieb durch Unterdruck |
| Jahres-Kapazität | ca. 3.500
|
| Durchsatzleistung | 400 Kilogramm pro Stunde |
| Prozess | Unterdruck-Destillationsverfahren |
| Abluft | Reinigung durch Heißgasstaubfilter, zwei Gaswäscher und Aktivkohlefilteranlage |
| Input | quecksilberhaltige Industrieschlämme, Aktivkohlen, Katalysatoren, Knopfzellen, kontaminierte Böden |
| Output | Quecksilberkondensat, Wasser, Kohlenwasserstoffe, von Schadstoffen entfrachtete Reststoffe für die Verwertung/ Beseitigung |
Verfahrensablauf
Die zu behandelnden Abfälle werden von einem Aufgabebunker aus über ein Dosiersystem gleichmäßig dem Drehrohr zugeführt. Abfälle die in der Drehrohrdestillation behandelt werden sollen, müssen schütt- und förderfähig sein. Die Aufbereitung der Abfälle in der Drehrohrdestillation erfolgt bei Temperaturen bis max. 800°C. Die Einsatzstoffe werden durch die Drehbewegung des Rohres gleichmäßig durch das Drehrohr gefördert. Durch die Erwärmung auf Temperaturen oberhalb von 356 °C wird das im Abfall enthaltene Quecksilber verdampft. Die erforderliche Verweilzeit der Abfälle im Drehrohr ist abhängig von den Einsatzstoffen und liegt in der Regel zwischen 0,5-1,5 h. Die Behandlung erfolgt unter Unterdruck, so dass ein sicherer Betrieb der Anlage gewährleistet ist. Bei Bedarf wird durch Zugabe von Stickstoff eine weitest gehende Inertisierung der Atmosphäre im Drehrohr eingestellt.
Der Abluftstrom gelangt über einen Heißgasstaubfilter zu zwei Gaswäschern, in denen das Quecksilber, sowie Wasser und Kohlenwasserstoffe kondensieren. Der auf diese Weise gereinigte Abluftstrom wird zur abschließenden Reinigung in eine Aktivkohlefilteranlage geleitet. Das zurückgewonnene Quecksilber wird in einem finalen Aufbereitungsschritt in der Reinstdestillation auf eine definierte Reinheit gebracht und anschließend zur Vermarktung in transport- zugelassene Stahlflaschen verfüllt.



