Nachhaltige Entsorgung von (über-) flüssigem Quecksilber
Metallisches Quecksilber sowie Quecksilberverbindungen und - gemische fallen ab dem 15. März 2011 unter das EU-weite Exportverbot. Zusätzlich wird flüssiges Quecksilber aus definierten industriellen Anwendungen oder Produktionsprozessen (z.B. aus der Chlorindustrie oder der Reinigung von Erdgas) ab dem 15. März 2011 als Abfall eingestuft und ist dann laut Verordnung so zu beseitigen, dass es für die menschliche Gesundheit und die Umwelt keine Gefahr darstellt.
Experten raten: Stabilisierung vor Beseitigung
Vor dem Hintergrund der Quecksilberverordnung werden derzeit die Möglichkeiten einer umweltgerechten Endlagerung von nicht mehr benötigtem Quecksilber auf EU-Ebene geprüft und diskutiert. Die DELA GmbH hat frühzeitig ein Stabilisierungsverfahren entwickelt, mit dem metallisches Quecksilber in eine für die Umwelt unbedenkliche Substanz überführt wird. Nach heutigem Stand der Technik ist die Umwandlung von flüssigem Quecksilber in ungiftiges Quecksilbersulfid langfristig die sicherste Entsorgungslösung.
Umwandlung in ungiftiges Quecksilbersulfid
Das Verfahrensprinzip unseres Stabilisierungsverfahrens ist die Reaktion von Quecksilber und Schwefel in einem verschlossenen temperierbaren Vakuummischer, in dem die chemische Verbindung Quecksilbersulfid (HgS) erzeugt wird. Quecksilbersulfid ist ein Quecksilbersalz mit der Summenformel HgS. Die rote Modifikation von Quecksilbersulfid wird landläufig auch als Zinnober bezeichnet und ist als rot pigmentiertes Mineral in der Natur vorhanden.
Als stabilste aller Quecksilberverbindungen ist Quecksilbersulfid schwerst wasserlöslich (10-54 [mol²/l²]) und wird daher als nicht wassergefährdend und ungiftig eingestuft. Unser Endprodukt erfüllt die heute geltenden Kriterien für eine übertägige Deponierung.
Das DELA-Stabilisierungsverfahren im Überblick:
- Patentgeschütztes Verfahren zur Stabilisierung von metallischem Quecksilber
- Umwandlung zu Quecksilbersulfid (HgS): Quecksilber, Schwefel und Zuschlagstoffe reagieren bei Unterdruck (ca. 0,05 bar absolut) in einem Vakuummischer
- Endprodukte: HgS-Pulver oder wahlweise HgS-Pellets
- Geprüfte Qualität: Analyse des Endproduktes durch zwei externe chemische Institute auf Kristallinität, thermische Eigenschaften sowie Eluatverhalten
- Finale Entsorgung: Das HgS- Endprodukt kann nach derzeit gültigen Eluatkriterien unter definierten Bedingungen auf geeigneten Deponien gelagert werden. Die finale Entsorgung von Quecksilbersulfid in Untertagedeponien, insbesondere Salzbergwerken stellt derzeit den bevorzugten Lösungsansatz dar
Das Stabilisierungsverfahren der DELA GmbH wird vom Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) als Forschungs- und Entwicklungsprojekt im Bereich Umwelttechnik durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.
Download - ZIM Erfolgsbeispiel ZIM-Solo-008:
„Sichere Entsorgung von flüssigem Quecksilber durch Umwandlung in ungiftiges Quecksilbersulfid“

